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Susan St**nke Blogging
der, Dienstag, 24. Mai 2005, 17:00
Vorhin wurde mir der Magen gespiegelt. Das ging so:
Nachdem ich kurz überlegt hatte, ob ich vielleicht auf die Beruhigungsspritze ("Schlafspritze") verzichten sollte, weil ich ja schliesslich heute nachmittag wieder hellwach im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sein wollte, habe ich angesichts des zusammengerollt auf mich wartenden Instruments von beträchtlicher Länge doch die Betäubungsoption gewählt. Eine kurze Spritze, der Hinweis, dass es jetzt kurz im Gesicht kribbeln könnte, und ich war im Land des Klischees, wo es golden warm war, weich und angenehm, frei von Sorgen. Viel fröhlich herumgesummst im Kopf, dann irgendwann gedacht, wie toll das doch ist, und dass ich das doch unbedingt bloggen muss. Mich kurz gefragt, ob das vielleicht bedenklich ist, betäubt ans Bloggen zu denken, dann aber über aus dem Radio kommendes ABBA gefreut. Danach dann Housemartins, natürlich ihr Hit von damals, Caravan of Love, als ich noch gar nicht wusste, dass das zumindest eine Band mit Hintergrund war. Die Sonne schien, die Menschen sangen, und ich überlegte mir, ob ich vielleicht drogenabhängig werden sollte, so schön wie das war. Nebenbei machte ich kleine Experimente, weil ich schon mal jemand begleitet hatte bei soetwas, der danach für eine halbe Stunde kein Kurzzeitgedächtnis mehr hatte. Ich verkreuzte also meine Finger, um zu sehen, ob ich mich vielleicht bald über meine gekreuzten Finger wundern würde. Hab ich aber nicht. Der Arzt hat mir dann später erklärt, dass das bei den neuen Anästhetika nicht mehr passiert. Er hat mir auch noch mehr erzählt ("unauffälliger Befund"), während er mich dann in den Aufwachraum schob. Dort dann weiter über Drogensucht nachgedacht. Den Licht-und-Wärme-auf-Spritzendruck-Effekt. Kaffee getrunken, und fast die ganze Schale Kekse gegessen. "Sie können jetzt ruhig gehen." Draussen dann setzte der Kater ein. Etwas geblendet durch die Gegend (Weissensee, so ziemlich in Ostdeutschland) getapst. Impulsivshoppend noch zum Frisör gegangen, wie kann man von 8 Euro einen Laden am Laufen halten, da geb ich doch mal direkt 9. Geschlafen. Zwei Stunden. Gefühlte Verkaterung: 3 Hefeweizen. Equilibriumstheorie wieder bestätigt: die Menge an verfügbarem Wohlbefinden über eine gewisse Zeit ist konstant, Vorauszahlungen werden über Unwohlsein beglichen. Wie protestantisch die Welt doch eingerichtet ist. ... Comment
der, 24. Mai, 17:06
Na toll. Da denke, ich hätte, wenn schon nicht das Genre, doch wenigstens den Namen erfunden, da finde ich direkt das hier.
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mutant, 24. Mai, 17:35
na,
da koennen sie froh sein.
bei mir wirken diese sachen immer nicht sehr gut, weswegen ich von der magenspiegelung quasi unverrichteter dinge wieder gehn konnte, ich fuehlte mich nicht sehr gut, aber was tatsaechlich los war, erfuhr ich erst beim hausarzt aus dem arztbrief: ich haette mich extrem gewehrt, so das die behandlung abgebrochen werden musste... da geh ich nicht nochmal hin, oder wenn, dann ohne narkose. ... Link
der, 24. Mai, 17:47
Cool! Unter Betäubung noch kämpfen, Respekt. Schon mal an Einsatz als Geheimagentin / Guerillakämpferin gedacht? ("Nicht mal in ihren Magen konnten wir blicken.")
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mutant, 25. Mai, 01:50
naja,
andererseits bin ich ja voll die plaudertasche...
obwohl, eine freundin versuchte mir mal die geheimnummer von der ec-karte abzuschwatzen(ich schlief schon mehr oder weniger) um den heimweg anzutreten und bekam nur wirre zahlen aus mir raus... 009 - frau mutant im dienste ihrer majestaet... ... link
parka lewis, 25. Mai, 12:58
'Ohne Narkose' kann ich aber auch nicht empfehlen. Diese Behandlungsart hatte ich mir seinerzeit erbeten, weil ich eine Heidenangst vor chemisch induzierten Bewusstseinstrübungen habe. »Da verschluckt man mittlerweile nur noch so'n ganz dünnen Schlauch« hatte mir jemand gesagt. Von wegen. Den reinsten meterlangen Gartenschlauch haben die mir reingestopft, und zu dritt festgehalten dabei, ich wand mich und heulte und starrte auf einen Monitor, auf dem mein Inneres flackerte. Mir war kotzübel, aber kotzen ging ja nicht, die Kanäle waren schließlich mit diesem entsetzlichen Schlauch ausgefüllt. Sie haben es dann auch abgebrochen. Ich musste ersatzweise in ein Röhrchen pusten, der Arzt meinte, da könne man auch schon eine Menge erkennen. Mein Hausarzt lachte sich kaputt, als er die Diagnose las, und meinte, diese Röhrchenmethode sei völlig sinnlos.
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der, 25. Mai, 16:22
Hm. Das klingt natürlich fies. Anderseits ist die Vorstellung auch nicht so schön, dass die unter Betäubung einfach etwas mit einem machen können, wogegen man sich bei vollem Bewusstsein (oder manche auch ohne Bewusstsein) kräftig wehren würde.
Besser einfach nie mehr krank werden. (Oder zum Arzt gehen.) ... link
mutant, 25. Mai, 16:52
na toll.
ich glaube, ich gehe dann mal zur colon-hydrotherapie, soll ja auch sehr lustig sein...
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katatonik, 26. Mai, 14:31
hatte das zwei mal, immer so mit lokaler betäubungsflüssigkeit in blau in den rachen gesprüht. das fiese war die antiperistaltik. einmal konnte ich dann am monitor in den magen rein mitschauen, das hat mich, äh, abgelenkt. ich hätte ja auch gern beim zahnarzt einen deckenspiegel, vielleicht mit von mir selbst zu steuernder kamera (zoom auf die wurzel), und dazu bach im ohr.
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parka lewis, 26. Mai, 21:32
Das schätze ich ja an Computer-Tomografien: riesige Maschinen in klassischer Raumschiff-Aseptik, bisschen Platzangst vielleicht, aber ein schöner dicker Kopfhörer mit Musik. (Leider noch keinen Arzt erlebt, der die Themen von Kubricks 2001 eingespielt hätte.)
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der, 26. Mai, 22:38
CT hat eine Freundin von mir mal gemacht, da hab ich zugeschaut. Das sieht wirklich nach echter Technik aus (Raumfahrt), nicht nach Handwerk (Gartenpflege).
Der Befund damals war übrigens: Schnupfen. ... link ... Comment
therealstief, 24. Mai, 18:03
Habe mich doch glatt verlesen: im Land des Klistiers o-=|
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typ.o, 25. Mai, 00:33
Wie protestantisch die Welt doch eingerichtet ist
nein. nein, ich will das einfach nicht glauben, bitte. ... Link ... Comment |
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Von LAX nach Venice Beach
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